Die Buchvorstellung von gestern: Öffne mir das Tor zur Welt! erinnert mich und meinen Sehenswerdensgang. Als ich 8 Jahre war wurde ich in der Schule immer schlechter und schaute beim Nachbarn ab. Meine Tante A. war zu der Zeit auf Besuch und sah, dass ich nur 1 m entfernt vorm Fernseher saß. Daraufhin meinte sie zu meinen Eltern, es kann sein das Daniela eine Brille braucht. Meine Eltern waren beide keine Brillenträger..
Ja, beim Augenarzt wurde dann bei mir eine starke Sehbehinderung (über 4,5 Dioptrien/ -4,5 dpt Kurzsichtigkeit) mit Hornhautverkrümmung festgestellt. Kurz vor meiner Kommunion bekam ich dann eine Brille. Der Augenarzt sagte zu meinen Eltern: Sie können froh sein, dass ihre Tochter noch lebt, Ihre Tochter sieht auf 10 m nichts, sie hat sich nur an ihrem Gehör orientiert. Wir holten die Brille beim Optiker ab und ich sah alles „gewölbt“ und so „ungewohnt klar“. Als wir dann auf der Straße ankamen und ich den ersten Baum sah, fragte ich: Mama, so sieht ein Baum aus? Ich hatte nie die Blätter an einem Baum gesehen, es war einfach vorher ohne Brille nur ein grüner „Matsch“ gewesen…. So habe ich tatsächlich erst mit 9 Jahren richtig sehen gelernt. In der Schule wurde ich auch wieder besser, ohne abzuschauen, was ich nur tat, weil ich das an der weit entfernten Tafel schlicht und einfach nicht lesen konnte und nicht wusste das ich eine Sehhilfe brauche.
Vielleicht liebe ich Bäume und Blätter deswegen so sehr. Zu meiner Tochter sagte ich mal: Ich liebe dich so sehr wie viele Blätter an Bäumen, Büschen, Pflanzen und Blumen es gibt.
Ich erinnere mich noch an meine Schultauglichkeitsprüfung, als ich Kirche und Haus verwechselt habe. Nein, ich war nicht dumm, ich hatte sie auch nicht verwechselt, ich habe einfach nur geraten, weil ich es ja schlicht uind einfach nicht richtig gesehen habe.
